Home | Forum | Linkvorschlag | Kontakt | Impressum

 

Personal
Organisation

Struktur einer Unternehmung
Grundmodelle:
Grundmodelle
Liniensystem
Stabliniensystem
Zentrale Dienststellen
Mehrliniensystem
Matrixorganisation
Modulare Organisation

Unternehmer
Controlling
Finanzierung
Marketing
Strategie
Recht

 
 

Modulare Organisation

Hierarchisch und funktional gegliederte Organisationsformen sind den modernen Anforderungen nicht mehr gewachsen. Erforderlich sind auf den Markt und Kunden ausgerichtete, dezentrale und eigenverantwortliche Unternehmensstrukturen, die ein schnelles und flexibles Handeln ermöglichen.

In diesem Kontext finden in der Unternehmungspraxis in den vergangenen Jahren Konzepte zur Restrukturierung der Organisation Beachtung, die als modular aufgebaute Flottillen-Organisationen die Komplexität bewältigen sollen. Modulare Organisationskonzepte wie teilautonome Arbeitsgruppen, Fraktalen Fabriken, den Center Strukturen oder virtuellen Unternehmungen stehen für eine dynamische Adaption neuer Aufgabenstellungen. Hierbei darf sich die Gestaltung nicht auf partielle Ansätze beschränken, sondern sollte ganzheitlich betrachtet werden, auf allen Unternehmensebenen Anwendung finden sowie unternehmensübergreifende Aspekte berücksichtigen.

Der Grundgedanke des Modularisierungskonzeptes besteht in der Restrukturierung der Unternehmensorganisation durch Bildung kleiner, überschaubarer Einheiten. Ziel ist es, die Organisationsstruktur den Problemlösungskapazitäten des Menschen anzupassen, um komplexitätsverursachte Fehler, Kosten und Zeitverluste zu vermeiden. Hinzu kommen noch Prozess- und Kundenorientierung, Integriertheit der Aufgaben, dezentrale Entscheidungskompetenz und Ergebnisverantwortung sowie nicht-hierarchische Koordinationsformen zwischen den Modulen. Modularisierungskonzepte zählen aufgrund ihrer Prozessorientiertheit zu den objektorientierten Strukturierungsansätzen. Ziel ist es, durch eine prozessorientierte Betrachtungsweise eine Reduktion organisatorischer Schnittstellen entlang des Wertschöpfungsprozesses zu ermöglichen.

Die Prozessorientierung steht auch in engem Zusammenhang mit der Kundenorientierung als konsequente Ausrichtung der Module am Nutzen interner und externer Klienten. Durch die Integriertheit der Aufgaben wird versucht, sämtliche Arbeitsprozesse in einer Unternehmenseinheit zusammen zu fassen. Hierdurch soll die Abgeschlossenheit der in einem Modul zusammengefassten Aufgaben gewährleistet werden. In Bezug auf die Dezentralisierung von Ergebnisverantwortung und Entscheidungskompetenz kommt das Subsidiaritätsprinzip zum tragen, wonach die Kompetenzen in der Hierarchie so niedrig wie möglich angelegt sein, um Kundennah zu operieren. Lange und nicht hierarchische Koordinationsformen stellen ein weiteres charakteristisches Merkmal modularer Organisationen dar. Die Alternative zur hierarchischen Koordination sind dann marktähnliche Koordinationsmechanismen wie unternehmungsinterne, marktorientierte Verrechnungspreise sowie die Schaffung einer gemeinsamen Unternehmungskultur.

Die modulare Organisation entspricht einer Priorisierung prozessorientierter Organisationsformen. Somit kommt es zu einem erheblichen Anstieg des Flexibiltätspotentials, da flexible Adaption von Kundenwünschen realisiert werden können. Aus der ganzheitlichen Prozessverantwortung sowie der Schnittstellenminimierung und den damit resultierenden Beschleunigungseffekten und durch einen einfachen Aufbau der Module kann eine hohe Anpassungsfähigkeit an dynamische Veränderungen der Umweltbedingungen erreicht werden.

Die grundlegende Voraussetzung der modularen Organisationsform ist jedoch der Einsatz innovativer Informations- und Kommunikationstechnologie. Des weiteren werden erhebliche Anforderungen an die Mitarbeiter und das Management gestellt. Für eine solchen Organisationsform sind Sozialkompetenz in Ergänzung zu Fach- und Methodenkompetenz von großer Bedeutung, damit autonome Verantwortungs- und Entscheidungskompetenz übernommen wird und effizient in dezentralen Teams gearbeitet wird. Hinzu kommt, dass dezentrale Einheiten ein hohes Maß an Selbstorganisation erfordern und es muss Reputationskapital zwischen den modularen Organisationseinheiten geschaffen werden. Hierbei bedarf es der Unterstützung durch geeignete Managementkonzepte, die vor allem auf die Motivation und die Qualifikation der Mitarbeiter abzielt.

Dabei erfordert der Aufbau und Erhalt modularer Strukturen eine lernfähige Organisation. Dies wird nicht nur durch eine angemessene organisatorische Wissensbasis geschaffen sondern auch durch organisationales Lernen wird permanent neues Wissen aufgenommen, gespeichert und verarbeitet, um eine höhere Qualität von Unternehmungsstrukturen und –prozessen zu erreichen.